BMX

Die kleinen, wendigen Räder sieht man heute auf vielen Plätzen und die Fahrer sind mit ihren teilweise spektakulären Tricks immer wieder ein Zuschauermagnet.

BMX steht für Bicycle Moto Cross, wobei das ‘x’ das Zeichen für das englische Cross, Kreuz, ist, die Bedeutung aber auf „to cross“ zurückgeht, was man hier mit soviel wie „querfeldein“ oder „abseits der Wege fahren“ übersetzen kann.

Besonders charakteristisch für die Fahrräder sind die kleinen 20-Zoll Räder und die sogenannten Pegs, den achsenverlängernden Stangen rechts und links am Vorder- und Hinterrad. Der Rahmen ist meist aus Aluminium gefertigt, ebenso die Felgen, um möglichst wenig Gewicht und viel Stabilität zu erreichen. Außerdem sind die Bremsen eine Besonderheit, die anders als bei anderen Fahrrädern meistens nur am Hinterrad angebracht sind und mit einem langen Bowdenzug nach vorn zum Lenker geleitet werden. Dies ermöglicht die 360°-Drehung des Lenkers, die für viele Tricks notwendig ist. Einige Fahrer fahren jedoch auch ganz ohne Bremsen und halten ihr Räder an, indem sie die Füße mit der Ferse auf die Gabel oder den Rahmen stellen und mit dem Ballen auf den Reifen drücken. Den Ursprüngen folgend ist außerdem der Lenker einem Motorradlenker nachempfunden und hat daher seine auffällige Form.

Foto: PresleyJesus

Wie der Name schon sagt, ist der BMX Sport dem MotoCross entsprungen. Seine Anfänge hatte alles mit Jugendlichen in den USA, die entweder noch zu jung zum Motorradfahren waren oder sich eine eigene Maschine nicht leisten konnten. Deshalb fingen sie an, sich die Parcours aus Sandwegen, Hügeln und Steilkurven nachzubauen und mit ihren Fahrrädern anzufahren. Schnell entwickelte sich eine kleine Rennszene unter den Teenagern, die sich bald ausbreitete. Kleinere Fahrräder wurden wegen ihrer Wendigkeit bevorzugt und schon bald wurden eigens dafür die ersten Räder entworfen. Was so 1960 in Amerika seinen Anfang nahm, ist etwa 1970 als ‘Bonanzarad’ nach Deutschland gekommen. Doch auch hier ging die Entwicklung weiter und neben dem Kultstatus in den 80er Jahren genoss das Rad auch bald große Beliebtheit als neuartiges Sportgerät.

Heute gibt es auf der ganzen Welt Anlagen, Festivals, Wettkämpfe und Rennen. Dabei wird das BMX Fahren mittlerweile wegen der teilweise halsbrecherischen Tricks dem Extremsport zugeordnet und besonders durch die amerikanischen X-Games, einer berühmten Wettkampfserie dieser Sportarten, hat es viel Popularität erlangt. Die Wettkämpfe finden in drei Disziplinen statt: ‘Race’ – einem Rennen über Hügel und Steilkurven, wo es auf Geschwindigkeit ankommt – in ‘Freestyle’, bei der nur Tricks gezeigt werden und in ‘Grinds’, wo man auf den Pegs Mauern und Geländer entlang gleitet. Im Freestyle wird in der Halfpipe oder der Miniramp, auf dem Flatland, also auf flachem Boden, im Trail bzw. Dirtjump, einer Bahn mit Sprungschanzen oder im Park, der aus einer Kombination aus verschiedenen Parcours besteht, gefahren.

Nicht nur an dem speziellen Vokabular ist zu erkennen, dass sich die ganze BMX Branche mittlerweile sehr von dem restlichen Fahrradmarkt abgespalten hat. Eher den Funsport zugehörig, werden die meisten Handelsgeschäfte, Meisterschaften und Szeneumgebungen von Fahrern selbst betrieben. Es lässt sich jedoch sagen, dass im Laufe der Jahre eine eindrucksvolle Industrie rund um das ehemals kultige Jugendfahrrad aus den 60ern entstanden ist.

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