Am bekanntesten ist wohl die Tour de France, die man im Fernsehen verfolgen kann, deren Ergebnisse man in den Zeitungen sieht und die spätestens seit den Erfolgen von Jan Ullrich und Co., aber auch seit dem großen Dopingskandal viel Aufmerksamkeit bekommen hat. Doch sie hat auch noch eine nicht ganz so bekannte, aber fast ebenso anspruchsvolle Konkurrentin, die Tour de Suisse.
Seit 1933 wird jedes Jahr Mitte Juni die Tour de Suisse ausgetragen. Sie gilt als das wichtigste Etappenrennen unterhalb der „Großen Drei“, der Tour de France, der Giro D’Italia und der Vuelta a España. Sie führt über 10 – 12 Etappen, die aus einem Prolog, mehreren Bergetappen und einem Zeitfahren bestehen. Ausgerichtet wir die Tour von IMG, einem großen US-amerikanischen Medien- und Sportmarketingkonzern, wobei der Direktor für die Abteilung der Radrennen der ehemalige Schweizer Radrennfahrer Armin Meier ist. Gleichzeitig gehört sie zur UCI ProTour, einer Serie der wichtigsten Etappenrennen unter der Aufsicht des internationalen Radsportverbandes Union Cycliste International, UCI. Diese ist auch zuständig für sämtlichen Dopingkontrollen und sehr darauf bedacht einen Skandal, wie er in den letzten Jahren vorgekommen ist, zu vermeiden.

Foto: Alfo23
Für viele ist die Tour de Suisse ein letzter Trainingslauf für die jährlich zwei Wochen später stattfindende Tour de France. Doch auch hier ist die Konkurrenz schon groß und das Goldene Trikot hart umstritten. Viermaliger Gesamt- und damit Rekordsieger ist der Italiener Pasquale Fornara, der Deutsche Jan Ullrich konnte sich 2004 und 2006 zweimal den Sieg sichern.
2010 führte die Strecke von Lugano quer durch die Schweiz über La Punt nach Liestal, in diesem Jahr wurde die Tour jedoch auch von einem schweren Massensturz mit mehreren Verletzten kurz vor dem Ende der vierten Etappe überschattet. Wenn sie also auch nicht ganz ungefährlich ist, so ist sie dennoch nicht nur für die Schweizer Radsportfans jedes Jahr ein großes Spektakel und jeder, der sich für Radrennen interessiert, sollte mal dabei gewesen und die besondere Atmosphäre genossen haben.